Pure Vielfalt – Ein Wochenende in Mailand

99 Euro Ticket – 90 Minuten AUA – 3 Tage Mailand: Die zweitgrößte Stadt Italiens präsentierte sich bei meinem jüngsten Besuch wieder als äußerst pulsierende, lebendige Geschäfts- und Kulturstadt. Wählt man für ein Wochenende als Hinflug die Frühmaschine um 7.00 Uhr und die Abendmaschine um 20.00 Uhr retour, hat man genügend Zeit, um Kulturelles wie Gastronomisches ausgiebig zu erleben. Und ein bisschen Shopping geht sich auch noch aus.

So lässt es sich leben

Für die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt nimmt man am besten den Zug. Diese dauert nur 20 Minuten und ist mit 13 Euro pro Strecke bequem und kostengünstig. Um den Tag entspannt zu beginnen, bietet sich ein Frühstück auf der Dachterrasse des Kaufhauses La Rinascente mit direkter Aussicht auf den Mailänder Dom an. So fängt der Tag schon sehr gut an. Während des Frühstücks hat sich der Domplatz mit einer enormen Menschenmenge gefüllt. Zig Straßenverkäufer versuchen Selfie-Stangen oder Blumen zu verkaufen. Touristen aus vielen unterschiedlichen Ländern stehen tapfer in der Schlange, um den Dom zu besichtigen oder auf die Dachterrasse zu gelangen. Dies kann umgangen werden, indem die Tickets vorab Online gekauft werden. Zeitlich einzuplanen sind aber auf jeden Fall die Kontrollen bei den Eingängen. Die Aussicht von der Dachterrasse des Mailänder Doms entschädigt aber alles. Der Ausblick ist einfach großartig.

Bella cultura

Für die Besichtigung der Kathedrale sollte man sich auch etwas mehr Zeit einplanen. Sie ist die drittgrößte Kirche und der umfangreichste Marmorbau der Welt. Ein Audioguide beschreibt rund 50 Details der Glasfenster, Altäre, Chöre etc.
Ganz beseelt vom Bau des mächtigen Doms, schlendert man am besten in die danebenliegende Galleria Vittorio Emanuele II, einer prachtvollen, überdachten Einkaufspassage aus dem 19. Jahrhundert, die den Domplatz mit der Piazza della Scala verbindet. Sehr prägnant ist der Eingang in Form eines Triumphbogens, das gläserne Galerie-Dach, das ein Kreuz bildet, die schönen Fußbodenmosaiken sowie die Wappen der vier bedeutendsten Städte Italiens.
www.ingalleria.com

Nicht mit üppig gestalteter Baukunst ausgestattet, vielmehr ein etwas verschlafen wirkender mittelalterlicher Handels- und Handwerksplatz ist der Piazza dei Mercanti. Abgeschieden vom Wirbel rund um den Dom laden in der Mitte des Platzes ein alter Brunnen, der Palazzo della Ragione sowie zwei Restaurants zum Verweilen ein.

Hinsichtlich Museen fällt die Wahl schwer, ob die Pinacoteca di Brera mit Tizian, Tintoretto oder Caravaggio oder die Pinacoteca Ambrosiana mit umfangreichen Objekten aus der Renaissance besucht werden sollen. Bei einem so umfangreichen Angebot an bella cultura ist es reine Geschmackssache. Unbedingt anzusehen ist das Letzte Abendmahl, das weltberühmte Wandgemälde von Leonardo da Vinci, in der Kirche Santa Maria delle Grazie. Ein netter Ausflug ist auch das Castello Sforzecso mit etlichen Museen mit Gemälden, Fotoarchiv, Möbel, Musikinstrumenten sowie der Leonardo-da-Vinci-Sammlung. Ein Muss ist die Besichtigung der Pieta Rondanini, Michelangelos letztem Werk, einer unvollendeten Pieta.

Shopping

Mailand und Shopping sind untrennbar miteinander verbunden. Sehr sehenswert ist die Via Monte Napoleone mit prächtigen Häusern, in denen sich viele Luxuslabels und damit die teuersten Geschäfte befinden. Nicht umsonst ist sie als teuerste Straße Mailands tituliert. Schöne Geschäfte mit bekannten Marken wie Max & Co. sind am Corso Vittorio Emanuele zu finden. Preisgünstiger ist die Via della Spiga mit vielfältigem Angebot und internationalen Marken, die teilweise noch unbekannter sind. Oft angepriesen wird auch die Via Torino aufgrund der günstigen Labels, wobei die Geschäfte eher für das jüngere Publikum geeignet sind.

Moderne Architektur

In Mailand kann man aber auch eine Menge an interessanten neuen Architekturprojekten bestaunen. So etwa die Fondazione Prada von Architekt Rem Kohlhaas, den modernen Stadtteil Porta Nuova oder die Zwillingstürme mit vertikaler Begrünung Bosco Verticale.

Essen – Trinken – Wohnen

Nach intensivem Kultur-Austausch und Shopping hat man sich einen Cappuccino oder einen Aperitivo in einem Café oder einer kleinen Bar verdient. Diese gibt es genügend und sind durchwegs gut besucht. Deswegen ist es wichtig, für den Abend oder für einen Lunch am Sonntag zu reservieren.  Sehr zu empfehlen sind die Ristorante Valentino Legend nahe dem Dom und Officina12 am Naviglio Grande. Vor einem Opernbesuch in der Mailänder Scala ist die Bar im Grand Hotel Milan für Cocktails und Snacks ganz speziell geeignet.

Apropos Oper: Der Besuch der Mailänder Scala (konkret „La gazza ladra“) ist sehenswert. Wenn man das Wiener Opernhaus kennt, ist man verblüfft über die fast unscheinbare Fassade (klassizistisch). Durch eine umfangreiche Renovierung vor einigen Jahren ist die Bühnentechnik auf dem neusten Stand. Die Akustik ist hervorragend, Foyer und Zuschauerraum wurden im Stil von 1778 belassen.

Ein prima Stadthotel in optimaler Lage ist das Hotel Dei Cavalieri, nur fünf Minuten vom Domplatz entfernt, mit einem umfangreichen Frühstück und einer sensationellen Dachterrasse mit Lounge-Bar und Restaurant.
www.hoteldeicavalieri.com

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