Golfen in Portugal: Birdie, Par, Par, Par …

Um dem grauen November in Wien zu entfliehen, empfehle ich eine Reise nach Faro, um an der Algarve wundervolle Tage im Golf-Resort Quinta do Lago zu verbringen. Herrlich, großartig, sensationell – alle diese Attribute passen zu 100 Prozent auf das zu den Leading Hotels of the World zählende Hotel, die Umgebung und die Golf-Plätze – und wie auch die Website verspricht „Quinta do Lago bietet für Jeden etwas“.

Das Quinta do Lago liegt direkt im Naturschutzgebiet des Ria Formosa. Das Hotel selbst zeichnet sich durch edle Ausstattung und charmanten Service aus. Das vornehme Entree wirkt einladend, der Swimmingpool ist eingebettet zwischen einem Kaffeehaus und Pinienhainen, von den Terrassen blickt man über Palmen hinweg zum Meer und im gediegenen Restaurant garantiert das zuvorkommende Personal einen genussvollen Aufenthalt.

Einfach outstandig

Nur wenige Minuten entfernt und nach kurzen Transfers laden die großartigen 18-Loch-Golfplätze North, South und Laranjal mit perfekten Trainingsmöglichkeiten zum Spielen und Üben ein. Alle drei sind wirklich „outstandig“ – äußerst gepflegt, mit enorm schweren, extrem schnellen Greens, die auch noch von vielen Bunkern verteidigt werden.

Laranjal ist laut Website herausfordernd zu spielen, was teilweise stimmt, da die Greens ziemlich wellig sind und man bei nicht optimaler Annäherung an die Fahne sehr lange Putts benötigt. Gerade verlaufende Löcher wechseln sich mit wenigen bergauf- und bergab zu spielenden Löchern ab, weshalb man durchaus flott spielen kann. Reihen von Orangenbäumchen versprühen ein besonderes Flair, erfreuen das Auge und geben dem Platz den Namen.

Etwas schwieriger zu spielen fand ich die Plätze North und South. Zeitweise geht es extrem bergauf und bergab, die Fairways sind enger und die Greens sind eine echte Herausforderung. Quinta do Lago North ist erst 2014 vollständig mit einer Investitionssumme von neun Millionen Euro re-designt worden und das Ergebnis ist wirklich beeindruckend. Perfekt gepflegte Fairways, wellige Greens, strategisch gut verteilte Bunker und Wasserhindernisse machen das Spiel spannend. Hier kann man Schläge strategisch gezielt platzieren und gut scoren. Es freut mich daher besonders, dass ich den Nord Kurs mit einem für mich sehr guten Ergebnis quasi „bezwungen“ habe. Drei von den insgesamt vier Par erfolgten sogar hintereinander.

Der Süd Kurs ist zwar das Non-plus-Ultra von Quinta do Lago und ein fixer Bestandteil der European Tour, dennoch gefiel mir der Nord Kurs besser. Ich finde beide anspruchsvoll, allerdings waren die Fairways des Süd Kurses nicht durchgehend in bestem Zustand und der Course setzt Länge voraus, um ein tolles Ergebnis erzielen zu können. Für Amateur-Golfer wie mich und keinem Longhitter, der zwar konstant Mitte Fairway platziert, ist es doch eine Challenge. Große Villen entlang des Courses „behindern“ etwas den Spielfluss, da es viel zu bestaunen gibt.

 

Endlich am Meer

Einen klitzekleinen Nachteil haben die Golfplätze allerdings: sie befinden sich nicht am Meer. Nach Tagen an der Algarve war es dann soweit und wir spielten am letzten Tag den Royal Course von Vale do Lobo. Bis man von einem traumhaften Ausblick auf das Meer belohnt wird und endlich das berühmt berüchtigte Par 3 mit den spektakulären Felsklippen spielen darf, vergehen vierzehn hübsche, hügelig angelegte Spielbahnen. Ab Tee 15 geht es dann geradeaus direkt aufs Meer. Und unmittelbar danach eröffnet sich eine andere Welt. Das tiefe Grün von Loch 16, die rotbraunen steilabfallenden Felsen, der weiße Sand, das Meer auf der einen Seite und vom Herrenabschlag in circa 200 Meter über Schluchten entfernt, das unschuldig wartende Green. Vom Damenabschlag ist es mit nur 133 Meter einfacher zu spielen und auch die Abgründe zum Meer erscheinen nicht so bedrohlich. Dennoch: Es war ein tolles Gefühl – und insgesamt durfte ich mich auf der Runde über 5 Par freuen.

Bom apetite!

Highlights gibt es auch im Bereich Verköstigungen. Äußerst angenehm kann man bei den beschriebenen Golfplätzen in den Cafés zwischen Salaten oder ausgiebigen Burgern wählen. Sehr stimmungsvoll sollte man den Tag bei Maria´s, Restaurante und Beachbar, ausklingen lassen. Ob mit einem Cocktail oder einem feinen Glas Wein auf der Dachterrasse den Sonnenuntergang erleben, exzellenten Fisch oder ein Prawn Curry schmausen – bei Maria´s ist es super nett.

Etwas teurer und vom Ambiente gehobener ist ein Abend mit Tapas im Restaurante Paixa. Das Speisenangebot ist enorm und da die Gerichte verlockend beschrieben sind, fällt die Auswahl schwer. Die feinen, kleinen Gerichte sind allerdings göttlich und im Nu verputzt.

 

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