7 Tage Kanaren & Madeira: Das große Insel-Hopping

Fünf Inseln in sieben Tagen? Da fällt die Wahl der Ausflüge wirklich schwer. Auf den Websites der Kreuzfahrtschiff-Anbieter kann man Stadtrundfahrten, Besichtigungen sowie Strandausflüge bereits vor der Reise buchen. Meine organisierten Ausflüge auf Gran Canaria und Madeira wurden von Guides begleitet, die ihr enormes Wissen über die Inseln sowie deren Flora und Fauna vermittelten. Es ist aber auch empfehlenswert, sich selbst ein Mietauto zu organisieren und die Umgebung auf eigene Faust zu entdecken oder mit einem Taxi oder Bus in die nächstgelegene Stadt zu fahren.

Teneriffa – vom Teide dominiert

Von Wien aus ging es zuerst mit dem Flugzeug nach Teneriffa – die größte der insgesamt sieben Kanarischen Inseln. Aufgrund der Ankunftszeit und dem zeitnahen Auslaufen der AIDAnova war keine Besichtigung möglich und ich musste mich mit dem Anblick vom Flugzeug aus sowie während der 45-minütigen Fahrt zum Hafen von Santa Cruz begnügen. Doch hat Teneriffa gewiss weitaus mehr zu bieten als braunes Ödland mit wenigen kleinen Büschen. Dafür fiel mir das Grün dreier Golfplätze, direkt an der Küste gelegen, sehr positiv auf, obwohl auf dieser Vulkaninsel eine durchaus vielfältige Vegetation vorherrscht. Mein Interesse wurde jedenfalls geweckt und so bleibt Teneriffa inklusive dem Pico del Teide – dem höchsten Punkt Spaniens – auf meiner Reiseliste bestehen.

Fuerteventura – Sand soweit das Auge reicht

Auf der zweitgrößten Insel der Kanaren, Fuerteventura, waren wir in der Hauptstadt Puerto del Rosario einen Tag vor Anker. Die Insel ist sehr groß und hat viele Spezifika, weshalb sich ein Tagesausflug durchaus lohnt. Um die kilometerlangen weißen Sandstrände zu sehen, nahm ich den Bus und kombinierte diesen Ausflug mit einem Besuch der 45 Minuten entfernten Hafenstadt Corralejo am Nordostzipfel der Insel, die von unbeschreiblich beeindruckenden Wanderdünen (Parque Natural de Corralejo) umgeben ist. Corralejo selbst ist eine Mischung aus in Entwicklung stehendem Tourismuszentrum mit trendigen, neuen Geschäften und einem ursprünglichen Hafen mit kleinen Souvenirgeschäften und vielen kleinen Bars und Restaurants. Ein angrenzender, kleiner und naturbelassener Stadtstrand komplimentiert die Idylle. Einen besonders beeindruckenden Kontrast bietet die schwarze Lavalandschaft, die direkt an die weißen Sand- und Wanderdünen grenzt. Die Insel ist mit rund 100.000 Einwohnern dünn besiedelt und kilometerweit wirkt sie recht verlassen. Dennoch fasziniert dieses Nichts auf seine eigene Art und Weise.

Lanzarote – überwältigende Szenerie

Die Szenerie der Insel ist überwältigend. Sie erinnert mit der dunklen Färbung des Lavagesteins, den Feuerbergen und Kratern fast an eine Mondlandschaft. Auf Lanzarote sind die Vulkane noch aktiv. 1993 wurde sie von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Die Erkundung erfolgte diesmal mit einem Mietauto von Arrecife über Teguise an die nordöstlichste Inselspitze zum Mirador del Rio, einem Aussichtspunkt, der von César Manrique architektonisch beeindruckend konzipiert wurde, mit großartigem Blick auf die Steilküste und die Nachbarinsel. Der Architekt, Maler und Bildhauer César Manrique hat die Insel kulturell mit imponierenden Bauten wie auch mit der Erhaltung der natürlichen Landschaft sehr geprägt. Auf Lanzarote gibt es Orte mit ausschließlich weißen Häusern. Ein Pflichtbesuch ist die älteste Stadt Teguise mit ihren kolonialen Palästen, sakralen Bauten, kleinen Gässchen und Handwerksläden. Der Weg zum Mirador führte hügelauf und hügelab, vorbei an begrünten Vulkankegeln. Der Retourweg ging an kilometerlangem, schwarzem Lavagestein und imposanten Feuerbergen vorbei. Größere Flüsse oder Gewässer sucht man allerdings vergeblich. Umso erstaunlicher, dass es trotz der widrigen Bedingungen Weinanbau gibt. Anstelle von Weinbergen oder -terrassen findet man allerdings „Weinkreise“, kleine, von Steinen umsäumte Vertiefungen, vor.
Diesen ereignisreichen Ausflug krönte ich mit einem entspannenden Sundowner. Sehr zu empfehlen: das Café del Puerto in Playa Blanca mit Blick auf den Yachthafen.

Gran Canaria – laut und leise

Neuer Tag, neuer Hafen. Ich gebe zu, dass ich diese Erfahrung des Inselhoppings als wirklich spannend empfunden habe. Diesmal war Las Palmas mit seinen 380.000 Einwohnern auf Gran Canaria an der Reihe. Und welch ein Unterschied zu den bisherigen Ankunftshäfen. Las Palmas boomt. Hier taucht man in eine lebendige Stadt mit Shopping Mall, Altstadtkern, Flaniermeile und Stadtstrand ein. Die Insel selbst, flächenmäßig die drittgrößte der Kanaren, ist sehr hügelig und erwies sich nach vielen Regengüssen in den Wochen zuvor als sehr grün. Die vulkanischen Erhebungen sind ebenso imposant, immerhin erreicht der höchste Punkt, der inaktive Vulkan Pozo de Las Nieves, 1949 Meter. Ein Halbtagesausflug brachte mich zu dem dicht bewaldeten Naturpark Bandama mit ebenso dicht bewaldeten Bergen. Auf einer Panoramastraße fuhren wir an einem Vulkankrater vorbei, der einen Durchmesser von gut einem Kilometer und eine Tiefe von etwa 200 Metern besitzt. Wer genauer hinsah, konnte im Krater ein vereinsamtes Haus erkennen, das angeblich sogar bewohnt ist. Eine Postzustellung dürfte hier etwas kompliziert sein.
An zahlreichen Korkeichen entlang ging es nach Teror. Der Ort ist bekannt für seine Holzbalkone an den Häusern, die aus dem Holz der heimischen Pinien erbaut sind. Derartige Konstruktionen sind einmalig und nur auf Gran Canaria zu finden. Die Straße führte – vorbei an Orangenhainen, Zitronenplantagen, Zuckerrohrfeldern und Bananenplantagen – nach Arucas. Pflichtprogramm auf einer solchen Rundreise: Ein Besuch der wunderschönen, im neugotischen Stil erbauten Kirche San Juan Bautista. Ohne Frage ist sie die Top-Sehenswürdigkeit in diesem Ort und überragt mit ihren spitzen Türmen die niedrigen Wohnhäuser mit Leichtigkeit.

Madeira & die höchste Steilküste Europas

Berichte über Madeira gibt es genügend. Immer wieder liest man von der „Blumeninsel“ oder „Insel des ewigen Frühlings“. Alles richtig, aber ich habe Madeira Ende Dezember besucht – zwar bei mildem Klima und üppiger Vegetation, aber mit leichtem Regen. Dennoch zählte der Besuch der portugiesischen Insel zu den Highlights meiner Reise.

Eine dunkle Wolkendecke hang über Madeira, als die AIDAnova im Hafen anlegte. Das Wetter bescherte einen prächtigen Regenbogen, der sich über die ganze Hafenstadt zu spannen schien. Den Auftakt des Ausfluges bildete der Aussichtspunkt Eira do Serrado mit normalerweise atemberaubendem Ausblick auf das Nonnental. Auf einer schmalen Bergstraße, wo Bus und PKW nebeneinander nicht Platz finden, ging es auf 1.095 Meter Höhe – seitlich der Straße blickt man bis zu 700 Meter in die Tiefe. Der weite Blick war mir nicht vergönnt, besonders stimmig waren aber die nebelverhangenen Berge. Bei aufgeklartem Wetter war dann jedoch der Blick von Europas höchster Steilklippe, dem 580 Meter hohen Cabo Girão mit seiner Skybridge, beeindruckend. Das Hinterland von Funchal ist optisch und hinsichtlich Vegetation sehr interessant, wenn auch etwas unüblich.

Wild und in eine Bucht gepresst befindet sich das malerische Fischerdorf Cãmara de Lobos (besonders schön vom Pico das Torres zu sehen), wo Winston Churchill mehrmals Station machte. Unser Halt beinhaltete auch die Verkostung des Nationalgetränkes Poncha, einer süße Mischung aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft. Wer anstatt in die Hafenkneippe lieber formidable zum Afternoon Tea (mit Gurken Sandwiches) gehen möchte, ist im Reid’s Palace richtig – mit prachtvoller Aussicht auf Funchal. Die Stadt mit ihren 110.000 Einwohnern liegt auf einem Berghang und verfügt über einen hübschen und pittoresken Altstadtkern.

Die Silvesternacht verbrachte ich am Schiff – es war ein krönender Abschluss von Funchal mit einem spektakulären Feuerwerk, für das erstmals von drei Schiffen Feuerwerkskörper vom Wasser aus in die Luft gejagt wurden. Ein wirklich unvergessliches Erlebnis und insgesamt eine sehr abwechslungsreiche und aufregende Reise.

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